Tesofensine — EU-Forschungsleitfaden.
Tesofensin ist ein dreifacher Monoamin-Wiederaufnahmehemmer (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin), ursprünglich für Parkinson und Alzheimer entwickelt, und aufgrund seiner starken appetitzügelnden Wirkung für die Adipositasforschung umgewidmet.
Was ist Tesofensin?
Tesofensin ist kein Peptid, sondern ein kleinmolekularer Wiederaufnahmehemmer. Es blockiert gleichzeitig die Transporter für Serotonin (SERT), Dopamin (DAT) und Noradrenalin (NET) und erhöht so die ZNS-Spiegel aller drei Monoamine. Dies führt zu starker Appetitunterdrückung und leichten sympathomimetischen Effekten. Es wurde bei Neurodegeneration untersucht, bevor sein Potenzial zur Gewichtsreduktion erkannt wurde.
Was zeigt die Forschung?
Phase-2-Adipositasstudien zeigten bei 0,25/0,5/1,0 mg über 24 Wochen einen dosisabhängigen Gewichtsverlust von 4,5 %, 9,2 % und 10,6 % — eine der höheren Zahlen, die für ein Einzelmittel in vergleichbaren Zeiträumen beobachtet wurden, wobei die wegweisende Studie Gegenstand einer ungeklärten Lancet-„Expression of Concern" (2013) zur Nebenwirkungsberichterstattung ist. Nebenwirkungen wie erhöhte Herzfrequenz und Blutdruck führten zu vorsichtiger Dosierung. Stand Mitte 2026 keine abgeschlossene Phase 3 oder Zulassung.
Rechtlicher Status in der EU
Nirgends zugelassen. Als „Research Chemical“ erhältlich. Hinweis: Tesofensin ist eine ZNS-aktive Substanz, und ihre regulatorische Einstufung variiert je nach Land. Überprüfen Sie vor der Bestellung die lokalen Vorschriften.
Molekulare Informationen
Pharmakokinetik
Tesofensin bei EU-Anbietern
COA-verifizierte EU-Anbieter · Monatlich aktualisiert
Referenzen
- Wegweisende Phase-II-RCT, die einen dosisabhängigen Gewichtsverlust mit Tesofensin über 24 Wochen bei 203 Erwachsenen mit Adipositas zeigte. Astrup A, et al. Lancet. 2008;372(9653):1906–1913. DOI PubMed 18950853
- Formelle „Expression of Concern", nachdem ein dänisches Behörden-Audit ergeben hatte, dass Prüfärzte an zwei von fünf Studienzentren fälschlicherweise angewiesen worden waren, bestimmte bereits bestehende Beschwerden (Kopfschmerzen, Migräne, Stress, Depression) nicht als Nebenwirkung zu registrieren — bis 2026 ungeklärt. The Lancet Editors. Lancet. 2013;381(9873):1167. DOI PubMed 23561987